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Hitze: Fenster auf oder Fenster zu?

Wie bleibt es bei heißem Wetter kühl im Büro oder in den eigenen vier Wänden: Fenster aufreißen, kippen, geschlossen halten? Was Experten raten
von Tanja Pöpperl, 18.07.2017

Durchlüften bei offenem Fenster – im Sommer am besten zu bestimmten Zeiten

istock / swinnerr / Svetlana Gryankina

Fenster öffnen verbinden wir mit frischer Luft und Abkühlung. Aber: "Sobald es draußen deutlich wärmer als drinnen ist, sollten Sie die Fenster tagsüber lieber komplett geschlossen halten, also auch nicht in Kippstellung bringen", empfiehlt Bauingenieur Wolf-Dieter Dötterer vom Bundesverband unabhängiger Energieberater GIH in Bietigheim-Bissingen. "Sonst gelangt die Hitze hinein und wird gerade in modernen, gut gedämmten Wohnungen richtiggehend eingeschlossen."

Die passende Zeit zum Lüften ist im Sommer der frühe Morgen oder der späte Abend, wenn es draußen noch oder wieder kühler ist. "Im besten Fall lassen sich gegenüberliegende Fenster weit öffnen, was für eine Querlüftung durch den gesamten Wohnbereich sorgt", lautet der Tipp von Professor Gunnar Grün, Experte für Energieeffizienz und Raumklima vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen.

Was bringen Jalousien, Rollos oder Vorhänge?

Jede Form der Verdunklung hält einen Teil der Sonneneinstrahlung ab und verringert damit auch das Entstehen von Hitze im Inneren. "Wer Fensterläden oder Markisen nutzt, kann sich über eine kühlere Wohnung freuen, da sich sämtliche Bauteile weniger erwärmen", erklärt Gunnar Grün. "Vor allem außenliegender Sonnenschutz ist effektiv, denn die Wärme gelangt erst gar nicht in die Räume hinein."

Liegt der Sonnenschutz innen, wie bei Vorhängen oder Jalousien, erwärmen sich diese Materialien mit und geben diese Wärme wiederum an die Raumluft ab. Aber auch ein zugezogener Stoffvorhang ist immer noch besser als gar kein Schutz. Am besten verdunkeln Sie gleich morgens nach dem Lüften alle Fenster, auf die tagsüber direkte Sonneneinstrahlung trifft. "Eine gute Möglichkeit, den Großteil der Strahlung abzulenken, aber dennoch ein wenig Licht in die Wohnung zu lassen, bieten Außenjalousien, deren Winkel sich verstellen lässt", ergänzt Wolf-Dieter Dötterer.

Bieten Ventilatoren wirklich Abkühlung?

Zumindest fühlt sich die verwirbelte Luft deutlich angenehmer an. "Eigentlich schichtet der Ventilator die Wärme aber nur um und kühlt die Luft nicht ab", sagt Experte Dötterer. Wer empfindlich für Zugluft ist, sollte sich dem Luftstrom nicht allzu lange aussetzen. "Vor allem bei starkem Schwitzen kann man sich dann schnell verkühlen, gerade im Nackenbereich", warnt Gunnar Grün. Auch Augenreizungen sind manchmal die Folge. Und: Ein Ventilator lässt Schweiß schneller verdunsten, was den Flüssigkeitsbedarf des Körpers erhöht. Daher ist es wichtig, weiterhin ausreichend zu trinken – selbst, wenn man sich nicht mehr so überhitzt fühlt.

Wie reduziert man Wärmequellen in der Wohnung?

Backofen, Waschmaschine, Fernseher oder Computer: All diese Geräte produzieren Wärme, was bei Sommerhitze nicht unbedingt erwünscht ist. "Überlegen Sie, worauf Sie ganz verzichten können. Oder welche Geräte Sie am frühen Morgen oder späten Abend nutzen könnten, ohne die Nachbarn einer Lärmbelästigung auszusetzen", so der Rat von Gunnar Grün. "Trockner oder Dampfbügeleisen etwa geben nicht nur Wärme, sondern auch noch Feuchtigkeit ab, was ein schwüles Raumklima mit sich bringt." Das gleiche gilt fürs Baden und Duschen, auch dabei entsteht hohe Luftfeuchtigkeit. Also morgens oder abends erledigen und gleich anschließend durchlüften.



Bildnachweis: istock / swinnerr / Svetlana Gryankina

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