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Welche Krankheiten die Fingernägel verändern

Längsrillen, weiße Flecken, verformte Nägel – manche Anzeichen sind harmlos, manche deuten auf ernste Krankheiten hin. Was Ihre Fingernägel alles verraten
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.05.2017

Schöne, gepflegte Fingernägel können ein echter Hingucker sein

W&B/Fotolia

Fingernägel sehen nicht immer makellos aus. Manchmal bilden sich weiße Wölkchen, die Spitzen werden brüchig oder es entstehen unschöne Rillen. Meist steckt hinter solchen Nagelveränderungen nichts Ernstes, gelegentlich weisen sie aber auch auf eine Krankheit hin.

Fingernägel: Längs oder quer gerillt?

Halten Sie Ihren Nagel gegen das Licht, erkennen Sie vielleicht feine Längsrillen. Das ist ein ganz normaler und harmloser Alterungsprozess. Je älter Sie sind, desto öfter treten die Längsrillen auf. Manche vermuten, dass auch häufiger Flüssigkeitsmangel diese Nagelstruktur begünstigt. Deshalb genügend trinken. Bei Querrillen wurde der Nagel für eine gewisse Zeit in seinem Wachstum gestört. Sie können zum Beispiel in Folge einer Erkrankung mit hohem Fieber auftauchen. "Häufig ist auch eine falsche Maniküre schuld, bei der das Nagelbett verletzt wurde", sagt Dr. Dirk Meyer-Rogge, Hautarzt aus Karlsruhe. In diesem Fall sollten Sie Ihre persönliche Nagelpflege überdenken und gegebenenfalls eine Kosmetikerin um Rat bitten.

Verformungen: Uhrglas- und Löffelnägel

Wölbt sich der Fingernagel stark, sprechen Mediziner von einem Uhrglasnagel. Verbreitern sich dazu noch die Fingerspitzen, weist dies möglicherweise auf eine Herz- oder Lungenkrankheit hin. Lässt die Funktion dieser Organe nach, verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung in Fingern und Nägeln. Verändern sich Ihre Fingernägel plötzlich derart, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei einem Löffelnagel senkt sich die Nagelplatte nach innen, während der Rand nach oben ragt. Hier kann eventuell eine Eisenmangelanämie zugrunde liegen. Gehen Sie vorsichtshalber zum Arzt.

Brüchige Nagelspitzen

Die Nägel sind hart und brüchig? Vielleicht waschen Sie sich zu oft die Hände mit herkömmlicher Seife. Sie trocknet nicht nur die Haut aus. Fetthaltige Cremes machen die Haut wieder geschmeidig, sie bewirken jedoch am Nagel keine Wunder. "Dazu wirken Cremes dort viel zu kurz ein", weiß Meyer-Rogge. Sein Tipp: In eine kleine Schüssel etwas Olivenöl geben und die Fingerspitzen für etwa zehn Minuten hineinhalten. Auch Nagellackentferner entzieht dem Nagel Feuchtigkeit und kann zu brüchigen Nägeln führen. Manchmal ist eine Mangelernährung die Ursache, beispielsweise bei Magersucht.

Weiße Flecken, gelbe Nägel, Tüpfelnägel – was bedeutet das?

Ein gesunder Nagel schimmert schwach rosa und glänzt matt. Auch weiße Wölkchen, die langsam nach oben wandern, gelten als bedenkenlos. Sie entstehen meist durch kleine Verletzungen, Stöße oder bei der Maniküre – vor allem, wenn Sie das Nagelhäutchen abtragen. "Entfernen Sie es deshalb nicht, sondern schieben Sie die Haut nur vorsichtig zurück", rät Meyer-Rogge.

Bläulich-schwarze Flecken sind meist Blutergüsse. Sie wachsen sich mit der Zeit aus und verschwinden. "Verbleibt der dunkle Fleck jedoch an Ort und Stelle, kann im schlimmsten Fall schwarzer Hautkrebs dahinterstecken", warnt der Karlsruher Dermatologe. Dann sollten Sie umgehend einen Arzt beziehungsweise Hautarzt aufsuchen.

Eine gelbliche Verfärbung deutet häufig auf einen Pilzbefall hin. Besonders, wenn gleichzeitig die Nagelplatte dicker wird und die Spitzen leicht abbrechen. Nagelpilz erfordert eine langwierige Therapie, die ein erfahrener Hautarzt begleiten sollte. Die Fingernägel können sich allerdings auch gelblich verfärben, wenn eine Lungenerkrankung vorliegt oder wenn Sie rauchen.

Von Tüpfelnägeln sprechen Mediziner, wenn sich kleine Grübchen in der Nageloberfläche befinden. Diese Dellen treten typischerweise bei Schuppenflechte auf. Ebenso wie Ölnägel – das sind gelbliche Flecken, die einem Öltröpfchen ähneln.



Bildnachweis: W&B/Szczesny/bearb. Martina Ibelherr, W&B/Szczesny, W&B/Fotolia, W&B/Martina Ibelherr

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