banner.jpg
  • Apotheker Hans Georg Lingscheid e.Kfm.
  • Wilhelmsplatz 3
  • 53111 Bonn

Körperpflege mit Naturseifen

Feste Naturseifen liegen gut in der Hand und reinigen die Haut mit natürlichen Fetten und Ölen. Ein Blick in die Werkstatt einer Seifenmacherin
von Ute Essig, 22.05.2017

Aroma aus Blüten: Lavendel verleiht Naturseifen einen zarten Duft

Thinkstock/Digital Vision

Weißer Kittel, Handschuhe, Schutzbrille auf der Nase. Andrea Götze sieht aus wie eine Chemie-Laborantin, wenn sie in einem Topf Kokos-, Oliven- und Rapsöl sowie ein großes Stück Kokosbutter erwärmt. Die 39-Jährige aus Brackenheim (Baden-Württemberg) ist Seifenmacherin. Im Keller ihres Wohnhauses hat sie sich eine kleine Werkstatt eingerichtet, auf der Werkbank stehen gläserne Schalen mit Ringelblumenblüten, gemahlenen
Mandel- und Olivenkernen sowie Mohnsamen bereit.

Hochwertige Zutaten für Luxusseifen

Für den chemischen Prozess der Verseifung gibt Andrea Götze Ätznatron in die Fett-Öl-Masse und verrührt alles mit dem Stabmixer. Dann streut sie die gemahlenen Kerne und den Mohn dazu. Die goldgelbe Mischung lässt sie in längliche und wie Backformen aussehende Silikonbehälter fließen. "So, jetzt wird die Gärtnerseife schön warm eingepackt."

Kakaobutter ist ein wichtiger Bestandteil vieler Naturseifen

ddp Images GmbH /Heinz Leitner

Andrea Götze wickelt die Behältnisse in Handtücher ein. Dadurch erhitzt die Seife im Inneren und bekommt eine gelartige Konsistenz. Im Sommer – nach einer Reifezeit von mehreren Wochen, in der das Kosmetikprodukt aushärtet – wird die hellgelbe, zart duftende Seife mit den natürlichen Peeling-Partikeln die erdverkrusteten Hände von Hobbygärtnern sauber schrubben.

Ein Klassiker kommt zurück

"Auch wenn in den letzten Jahren Flüssigseifen immer beliebter wurden, haben Seifenstücke nach wie vor ihren festen Platz in vielen Haushalten", sagt Birgit Huber, stellvertretende Geschäftsführerin und Bereichsleiterin Schönheitspflege des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel. "Sie sind die Klassiker unter den Reinigungsprodukten."

Hochwertige natürliche Inhaltsstoffe und besondere Duftkomponenten würden Seifenstücken einen Hauch von Luxus verleihen. Viele Menschen mögen aber auch das Gefühl eines festen Seifenstücks in der Hand. Vor allem handgemachte Naturseifen fassen sich gut an, weil sie weicher sind als industriell gefertigte. Schon seit Tausenden von Jahren stellen die Menschen Seife her. Die Sumerer zum Beispiel sollen Pflanzenasche aus Tannenzapfen und Dattelpalmen mit Ölen gemischt haben, um daraus ein Heilmittel für die Wundbehandlung zu gewinnen.

Fertige Lavendel-Duftseife

Prisma by Dukas Presseagentur Dukas GmbH/Michiko Tierney

Früher wurden Seifen schnell ranzig

Doch erst der römische Arzt Galenus entdeckte offenbar den reinigenden Effekt von Seife. Mit dem duftenden Hygieneprodukt, das wir heute kennen, hatten die Seifen von damals aber wohl nicht viel zu tun. Häufig wurden Ziegentalg und andere tierische Fette aus Schlachtabfällen verkocht, die nicht besonders gut rochen und schnell ranzig wurden. Heute kommen tierische Ausgangsstoffe eher selten zum Einsatz. Und wenn, dann sind es hochwertigere Bestandteile wie etwa Milch.

Wenn ihre Kinder morgens aus dem Haus sind, taucht Andrea Götze für den Rest des Vormittags in die Welt der Seifen ab, nimmt sich in ihrem Mini-Labor eine kreative Auszeit vom Alltag als Hausfrau und Mutter. "Es fasziniert mich, ständig neue Rezepte zu entwerfen und mit meinen eigenen Händen etwas herzustellen", erzählt sie. In ihrer Manufaktur produziert sie inzwischen mehr als 40 verschiedene Seifensorten, die sich in den Regalen ihrer Kellerwerkstatt stapeln. Überwiegend handelt es sich um stark rückfettende Naturseifen ohne künstliche waschaktive Substanzen und Konservierungsstoffe. Darunter Milchseifen, Salzseifen, Kräuterseifen.

Wenig Verpackung, viel Pflege

Im Vergleich beispielsweise zu einem Duschgel fällt kaum Verpackungsmaterial an. Wer sich mit Naturseife wäscht, schont also auch die Umwelt. Die Produkte sind zudem recht ergiebig – wenn man einige Aspekte beachtet. "Wasser ist der Tod der Seife", sagt Andrea Götze. Deshalb rät sie, feste Stücke nach Gebrauch nicht einfach in eine Schale zu legen, sondern immer gut trocknen zu lassen. "Ich empfehle, hochwertige Naturseifen auf einer Luffa-Scheibe zu platzieren. Dann schmoddert es auch nicht so am Waschbecken.



Bildnachweis: ddp Images GmbH /Heinz Leitner, Thinkstock/Digital Vision, Prisma by Dukas Presseagentur Dukas GmbH/Michiko Tierney

Lesen Sie auch:

Körperpflegeprodukte

Hautreinigungsmittel für jeden Typ »

Syndet, Mousse, Mizellenlotion, Fluid, Enzympeeling – es gibt zahlreiche Produkte, die unsere Haut reinigen sollen. Wann sich welches empfiehlt »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Spezials zum Thema

Seniorin im Sommer-Look: Das Geheimnis schöner Haut im Alter

Kosmetik: Die beste Hautpflege für jeden Typ

Mit der richtigen Pflege sehen Haare, Haut und Nägel besser aus. Mit Make-up lassen sich Augen und Mund betonen, kleine Schönheitsfehler kaschieren »

Haben Sie schon einmal versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages